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Lithium-Ionen-Akkus richtig lagern, laden und entsorgen: Der Praxisleitfaden für Betriebe

Lernen Sie den sicheren Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus – einschließlich des korrekten Ladevorgangs und der verantwortungsvollen Entsorgung –, um Risiken zu verringern und für ein sichereres Arbeitsumfeld zu sorgen.

Akku-Werkzeuge sind aus dem Handwerk nicht mehr wegzudenken. Mit ihnen kommt eine Verantwortung, die viele Betriebe unterschätzen: Der falsche Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus kann zu Bränden führen, die sich kaum kontrollieren lassen. Diese Vorfälle lassen sich mit dem richtigen Wissen und Routinen fast vollständig vermeiden. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, was beim Laden, Lagern, Handhaben und Entsorgen von Lithium-Ionen-Akkus wirklich zählt.

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Warum Akku-Sicherheit Chefsache ist

Das größte Risiko im Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus entsteht durch einen Vorgang, den Fachleute als thermisches Durchgehen bezeichnen. Wird eine Zelle überladen, überhitzt, beschädigt oder kurzgeschlossen, kann ihre Temperatur schlagartig ansteigen und eine Kettenreaktion auslösen. Ein solcher Brand entwickelt extreme Hitze, setzt giftige Gase frei und lässt sich nur schwer löschen.

Für den Betrieb ist das auch eine rechtliche Frage. Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet jeden Arbeitgeber zu einer dokumentierten Gefährdungsbeurteilung. Fehlt sie, haftet er im Brandfall persönlich. Akku-Sicherheit ist damit Führungsaufgabe.

Lithium-Ionen-Akkus richtig laden

Das Laden der Akkus ist der Moment mit dem höchsten Risiko. Folgende Punkte sollten in jedem Betrieb Standard sein:

  1. Verwenden Sie ausschließlich vom Hersteller zugelassene Ladegeräte: Nicht kompatible oder nachgebaute Ladegeräte sind eine der häufigsten Unfallursachen. Für MILWAUKEE® Werkzeuge bedeutet das den Einsatz der passenden MILWAUKEE® Ladegeräte, die Spannung und Ladestrom korrekt steuern. MILWAUKEE® bietet eine breite Auswahl an Ladegeräten, sodass für jede individuelle Anforderung eine passende Lösung bereit steht. 
  2. Laden Sie auf einer nicht brennbaren, gut belüfteten Fläche und getrennt vom Lagerbereich: Vermeiden Sie das Laden auf Werkbänken, die mit leicht entzündlichen Materialien wie Holzstaub oder Lösungsmitteln bedeckt sind. Ein fester, definierter Ladeplatz trägt dazu bei, potenzielle Gefahrenquellen einzudämmen und zu kontrollieren.
  3. Beaufsichtigen Sie den Ladevorgang und laden Sie nicht über Nacht oder in Abwesenheit: Das Laden von Akkus über Nacht oder außerhalb der Baustelle erhöht das Risiko unbemerkter Defekte. Stattdessen sollten Anwender einen Ladeplan erstellen und die Akkus während des Ladevorgangs überwachen. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit verringert, dass Probleme unentdeckt bleiben und Schäden oder Gefahren verursachen.
  4. Lassen Sie heiße Akkus vor dem Laden abkühlen: Wird ein Akku direkt nach einer intensiven Anwendung geladen, entsteht zusätzlicher thermischer Stress, der das Risiko einer Überhitzung erhöht.
  5. Laden Sie niemals einen beschädigten Akku: Zeigt ein Lithium-Akku Anzeichen von Beschädigung - wie Aufblähung, Risse, Auslaufen oder Überhitzung -, darf er nicht weiterverwendet werden. Der Akku muss sofort isoliert und gemäß den Anweisungen außer Betrieb genommen werden. Die Verwendung beschädigter Akkus kann zu Bränden, Verletzungen und Geräteausfällen führen.

 

Diese Regeln decken sich mit der DGUV Information 205-041 „Brandschutz beim Umgang mit Lithium-Ionen-Batterien". Sie ist der zentrale Leitfaden für den betrieblichen Alltag, konkretisiert die Pflichten aus dem Arbeitsschutzgesetz und empfiehlt ausdrücklich, Akkus nicht in der Nähe brennbarer Materialien und nur auf nicht brennbaren Unterlagen zu laden sowie den Ladevorgang zu beaufsichtigen. 

Bewährte Verfahren für die sichere Lagerung von Lithium-Ionen-Akkus 

Für die Lagerung von Akkus gelten eigene Regeln, die über das bloße Wegräumen hinausgehen:

Akkus kühl (5 bis 20 °C) und trocken lagern

Sowohl Hitze als auch Kälte lassen Lithium-Ionen-Zellen über die Zeit altern. Vermeiden Sie es deshalb, Akkus an Orten zu lagern, an denen schnelle Temperaturschwankungen auftreten, wie z. B. in der Nähe von Heizgeräten oder im Freien bei extremen Wetterbedingungen. Es empfiehlt sich außerdem, Akkus nicht in Fahrzeugen oder Transportern aufzubewahren, die sich in direkter Sonneneinstrahlung schnell aufheizen können.

Akkus von brennbaren Materialien getrennt aufbewahren und Pole vor Kurzschlüssen schützen

Lose im Transporter oder in der Werkzeugtasche transportiert, können Akkus mit Metallteilen in Kontakt kommen und kurzschließen. Außerdem sollten die Pole beim Einlagern sauber und frei von Verschmutzung sein. Schutzkoffer und passende Aufbewahrungslösungen wie das MILWAUKEE® PACKOUT™ System halten Akkus sicher und isoliert.

Akkus über längere Zeiträume teilweise geladen lagern

Für die Langzeitlagerung ohne Nutzung sollten Akkus mit einem Ladezustand von etwa 40 bis 60 % eingelagert werden. Dies trägt zur Erhaltung ihrer Lebensdauer bei und verringert das Risiko von Überladung oder Tiefentladung.

Rechtlich ist die Lagerung nicht durch ein einzelnes Gesetz geregelt, sondern durch ein Zusammenspiel mehrerer Vorgaben. Am wichtigsten ist das VdS-Merkblatt 3103 „Lithium-Batterien", die Vorgabe der Sachversicherer. Für viele Betriebe ist es faktisch verbindlich, denn wer die Vorgaben grob fahrlässig missachtet, riskiert im Schadensfall, dass die Versicherung die Leistung kürzt oder verweigert. Das Merkblatt teilt Akkus nach ihrer Nennenergie in Leistungsklassen ein. Ab einer größeren Menge verlangt es zusätzliche Maßnahmen, etwa einen zertifizierten Sicherheitsschrank oder einen brandschutztechnisch abgetrennten Bereich sowie die Trennung von Lager- und Ladeplatz. Die konkreten Mengenschwellen und Abstände richten sich nach der Leistungsklasse und sollten für Ihren Betrieb individuell bestimmt werden.

Sicherheitsschränke für Lagerung und Ladung orientieren sich am Einheitsblatt VDMA 24994, das einen realen Test zum thermischen Durchgehen vorsieht und über eine ECB-S-Zertifizierung bestätigt wird. Ein reiner Gefahrstoffschrank nach DIN EN 14470-1 ist dafür nicht ausgelegt. Die TRGS 510 zur Lagerung von Gefahrstoffen (GefStoffV) dient in der Praxis als Orientierung, etwa bei der Trennung von Lager- und Ladebereich. Ob sie auf Lithium-Akkus direkt anwendbar ist, ist rechtlich nicht abschließend geklärt, und eine Neufassung mit klareren Vorgaben ist angekündigt.

Sicherer Umgang und beschädigte Akkus

Akkus in professionellen Werkzeugen sind einer höheren Belastung ausgesetzt als andere: Stürze, Vibration, Staub, Feuchtigkeit und täglicher Dauereinsatz beschleunigen den Verschleiß. Eine kurze Sichtprüfung vor jedem Einsatz gehört deshalb zur Routine.

Zeigt ein Akku Anzeichen einer Schädigung, also Aufblähung, Risse, austretende Flüssigkeit, ungewöhnliche Hitze oder Geruch, nehmen Sie ihn sofort außer Betrieb. Ein beschädigter Akku sollte weder weiterverwendet noch geladen werden. Isolieren Sie ihn in einem nicht brennbaren Behälter mit Abstand zu brennbarem Material und führen Sie ihn der fachgerechten Entsorgung zu. Öffnen oder durchbohren Sie Akkus niemals.

Da Akku-Brände schwer zu löschen sind und wieder aufflammen können, gehört in die Gefährdungsbeurteilung auch ein Notfallplan: Wer tut was, wo steht geeignetes Löschmittel, wie wird der Bereich geräumt. Auch die DGUV Information 205-041 verlangt, dass Beschäftigte, die regelmäßig mit Akkus umgehen, vor Aufnahme der Tätigkeit zu Brandgefahren und Notfallmaßnahmen unterwiesen werden.
 

Sicherer Transport von Lithium-Ionen-Akkus

Sobald Akkus das Betriebsgelände verlassen, gilt das Gefahrgutrecht. Lithium-Ionen-Akkus sind als Gefahrgut der Klasse 9 eingestuft (UN 3480 für einzelne Akkus, UN 3481 für Akkus in oder mit Geräten) und müssen die Prüfanforderungen nach UN 38.3 erfüllen. 

Für kleine Mengen und intakte Akkus gelten Erleichterungen, sofern Pole gegen Kurzschluss gesichert und die Akkus in stabiler, nicht leitfähiger Verpackung transportiert werden und somit gegen Beschädigung und Verrutschen abgesichert sind. Die Akkus dürfen während der Fahrt nicht durch den Laderaum rutschen oder Stößen ausgesetzt sein. Eine feste Aufbewahrungslösung wie das MILWAUKEE® PACKOUT™ System erfüllt beide Anforderungen zugleich. Beschädigte oder defekte Akkus unterliegen verschärften Anforderungen. Eine transportsichere Verpackung ersetzt keine geeignete Lagerlösung und umgekehrt.
 

Entsorgung und Recycling von Akkus

  • Lithium-Ionen-Akkus gehören nicht in den Restmüll. Das Batteriegesetz (BattG) und die EU-Batterieverordnung 2023/1542 regeln Rücknahme und umweltverträgliche Entsorgung. 
  • Kaputte oder verbrauchte Akkus geben Sie über Werkzeughändler oder ein anerkanntes Rücknahmesystem wie die GRS zurück. Kleben Sie die Pole vor der Abgabe ab, um Kurzschlüsse zu vermeiden. 
  • Beschädigte Akkus unterliegen besonderen Anforderungen und dürfen nicht in die übliche Sammelbox gegeben werden.

 

Falsche Entsorgung gilt als Ordnungswidrigkeit und wird mit Bußgeldern geahndet, deren Höhe je nach Bundesland und Fall variiert und im gewerblichen Umfeld empfindlich ausfallen kann. Schwerer wiegt in der Praxis die Haftung: Löst ein unsachgemäß entsorgter Akku in einem Müllfahrzeug oder einer Sortieranlage einen Brand aus, können Sie für den entstandenen Schaden haftbar gemacht werden. Solche Summen erreichen schnell einen sechsstelligen Bereich. Wie sich fachgerechtes Recycling und Nachhaltigkeit verbinden lassen, lesen Sie in unserem Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit.

Die wichtigsten Fragen zu Lithium-Ionen-Akkus kurz beantwortet

Was MILWAUKEE® für sichere Akkus leistet

Die REDLITHIUM™ Akkus der MILWAUKEE® M12™, M18™ und MX FUEL™ Systeme sind mit einer Schutzelektronik ausgestattet, die Überlastung, Überhitzung und Tiefentladung entgegenwirkt und den Akku auch unter harten Baustellenbedingungen schützt. In Kombination mit den passenden MILWAUKEE® Ladegeräten, den Aufbewahrungslösungen des PACKOUT™ Systems und der digitalen Inventar- und Prüfverwaltung über ONE-KEY™ lässt sich die Akkusicherheit im Betrieb systematisch organisieren, statt sie dem Zufall zu überlassen. Die MILWAUKEE® COOL-CYCLE™ Kühltechnologie sorgt zudem für schnelle Kühlung, wodurch Sie Ihre Akkus sicherer und schneller laden und ihren Überwachungszeitraum beim Laden deutlich verkürzen können.
 

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